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Sicherheitszentrum

Der Bau im Detail

Im Sicherheitszentrum in Rothenburg entstehen vor allem Spezialräume für die einziehenden Dienststellen. Sie werden im neuen Gebäude ideale Bedingungen für eine effiziente Zusammenarbeit vorfinden. Der neue Bau ist kein gewöhnliches Verwaltungsgebäude – Büros machen nur rund ein Drittel der Nutzfläche aus. 

Ein grosser Teil des neuen Sicherheitszentrums – rund 40 Prozent – ist für Spezialnutzungen vorgesehen. Dazu gehören unter anderem:

  • die Einsatzleitzentrale der Kantone LU, NW und OW
  • Laborräume für die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz
  • ausreichend Platz für den Veterinärdienst, um Material für die Bekämpfung von Tier seuchen sicher zu lagern,
  • sanitäre Einrichtungen zur Reinigung von Gerätschaften und Arbeitskleidung,
  • ein Festnahmezentrum mit menschenrechtskonformen Arrestzellen und Einvernahmeräumen  für die gemeinsame Nutzung durch Polizei und Staatsanwaltschaft,
  • für die Polizei: eine Garage mit Werkstatt und Lagerräumen sowie ausreichend Einstellplätze für ihre Einsatzfahrzeuge.
Die Arbeitsplätze  der Polizei und der Integrierten Leitstelle sind für einen Schichtbetrieb rund um die Uhr, sieben Tage pro Woche ausgelegt. Herkömmliche Büros sind auf etwa 35 Prozent der Nutzfläche geplant.

Die restlichen 25 Prozent verteilen sich auf eine Mensa, die Aula und die Kindertagesstätte sowie Einstellplätze für Polizeifahrzeuge. 

 

Die kantonsübergreifende Notfall-Leitstelle ist einzigartig
Die gemeinsame Einsatzleitzentrale für mehrere Kantone unter dem Projektnamen «VISION 2025» ist für die Schweiz ein absolutes Novum – nirgends sonst werden alle Einsätze der Blaulicht-Organisationen (Polizei, Feuerwehr, Sanität) aus einer Hand koordiniert. Neben dem Sanitätsnotruf 144 Zentralschweiz ist auch der Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspitals beteiligt. Deswegen spricht man von einer «Integrierten Leitstelle». 

Die Leitstelle in Rothenburg wird für die Brünig-Achse (LU, NW, OW) zuständig sein. In Kaltbach bei Schwyz ist bereits eine Einsatzleitzentrale in Betrieb, welche die gleiche Technologie einsetzt.

Synergiegewinne und einfachere Zusammenarbeit

Die Bündelung verschiedener Dienststellen in einem Gebäude erlaubt es, Dienste und Infrastruktur gemeinsam zu nutzen. Dies verkürzt die Wege, vereinfacht Abläufe und verbessert so die Zusammenarbeit. 

Beispielsweise halbiert sich die Vorbereitungszeit eines geplanten Einsatzes des Ordnungsdienstes. Und im Fall eines grösseren Ereignisses sind alle relevanten Organisationseinheiten vor Ort. Eine effiziente Einsatzführung kann so rasch starten.

Ferner ergeben sich zwischen dem Veterinärdienst, dem Labor der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz sowie der Polizei wertvolle Synergien. Die räumliche und organisatorische Nähe erleichtert gemeinsame Kontrollen, beschleunigt Abklärungen und ermöglicht ein rasches, abgestimmtes Handeln bei Tierseuchen, Umweltvergehen oder Gesundheitsrisiken durch Lebensmittel.

Weitere Effizienzgewinne bringen die gemeinsame Nutzung von Räumen, zum Beispiel für Besprechungen, zur Ausbildung oder für Veranstaltungen, von Flächen für Anlieferung, Reinigung, Entsorgung, und die moderne Gebäudetechnik, die nur an einem Standort einzurichten ist. 

 

Ein zukunftsfähiges Gebäude für rund 700 Mitarbeitende

In Rothenburg werden die Fachleute der verschiedenen Dienststellen professionelle Bedingungen und eine zeitgemässe Arbeitsumgebung vorfinden. Dank Kita und Mensa verbessert das Sicherheitszentrum die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Das neue Sicherheitszentrum wird über neun Geschosse gehen: ein ebenerdiges Sockelgeschoss, fünf Ober- und drei Untergeschosse.

 


Erdgeschoss

Haupteingang West: 

  • Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz
  • Veterinärdienst 

Haupteingang Ost: 

  • Luzerner Polizei
  • Staatsanwaltschaft
  • Polizeiposten

Zufahrt für Anlieferung, Logistik, Werkstatt

1. Obergeschoss

  • Aula
  • Mensa
  • Kita
  • gemeinsame Sitzungs- und Schulungsräume
  • «Flexwork-Zone» – flexible Arbeitsplätze
  • grüne Innenhöfe als Aufenthalts- und Begegnungsorte

2.–5. Obergeschoss

2./3. OG:

  • Büros
  • Sitzungszimmer

4. OG

  • Büros, Sitzungszimmer
  • Einvernahmeräume
  • Integrierte Leitstelle

5. OG

  • Labor
  • Festnahmezentrum
  • Integrierte Leitstelle

Untergeschosse

  • Lagerräume
  • Garderoben
  • Haustechnik
  • Einstellplätze für Dienstfahrzeuge
  • Schiesstrainingsanlage mit Ausbildungsbereich

Hauptnutzerin des Gebäudes wird die Luzerner Polizei sein. Für ihren neuen Hauptstandort wird sie rund 70 Prozent der Nutzfläche belegen.

 Dienststelle  Fläche
 Luzerner Polizei 21'700 m2
 Allgemeine Nutzungen (Kindertagesstätte, Mensa, Aula)   1’700 m2
 Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz   1’700 m2
 Veterinärdienst    1’000 m2
 Staatsanwaltschaft Abteilung 2 Emmen      900 m2
 Kantonale strategische Raumreserve   4’000 m2
 Total (Stand Vorprojekt) 31’000 m2


Beim Bau des Sicherheitszentrum Rothenburg nimmt der Kanton Luzern seine Vorbildrolle als öffentlicher Bauherr wahr. So wird auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage montiert. Der gesamte produzierte Strom wird direkt vor Ort verwendet — damit kann sich das Gebäude zu einem Teil selber versorgen. Zum Heizen und Kühlen kommen Erdsonden zum Einsatz, die im Winter Wärme aus dem Erdreich gewinnen und sie im Sommer wieder abgeben. Und wo es möglich ist, wird für den Bau Recyclingbeton verwendet.

Gut erreichbar

Standort Sicherheitszentrum

Das Sicherheitszentrum ist auf einem Grundstück zwischen der Wahligenstrasse und den Gleisen der SBB-Strecke Luzern-Sempach geplant. Es kommt unmittelbar neben dem Bahnhof Rothenburg Station und dem Autobahn-Anschluss Rothenburg zu liegen. Sowohl mit dem öffentlichen Verkehr als auch mit dem Auto wird es sehr gut erreichbar sein. 

Eine gut durchdachte, umfassende und wirtschaftliche Lösung

Die Kosten für den Bau belaufen sich auf 298 Millionen Franken, bei einer Kostengenauigkeit von plus/minus 10 Prozent. Damit bewegt sich das Bauvorhaben im angestrebten Kostenrahmen – die Botschaft für den Projektierungskredit, die im März 2023 vom Kantonsrat verabschiedet wurde, nannte 290 Mio. Fr., bei einer Genauigkeit von plus/minus 25 Prozent. Die Erhöhung ist auf die Bauteuerung seit 2022 sowie die seit 2024 erhöhte Mehrwertsteuer (insgesamt 11 Millionen Franken) zurückzuführen.

Ohne das Sicherheitszentrum Rothenburg müssten Funktionen wie die Leitstelle oder das Festnahmezentrum teuer und dezentral ersetzt werden. Gegenüber den Investitionen, Ersatzmassnahmen und entgangenen Synergiegewinnen, die ein «Weiter wie bisher» mit sich brächte, spart das Sicherheitszentrum rund 3 Mio. Franken pro Jahr ein.

Das Projekt löst den unbestrittenen Handlungsbedarf somit auf die wirtschaftlich vorteilhafteste Weise und bietet darüber hinaus einen strategischen Mehrwert, der mit der bestehenden dezentralen Struktur nicht realisiert werden kann.